Die Geschichte der Bayernpartei

1949: Grundsatzprogramm

Grundsatzprogramm
der
BAYERNPARTEI
vom 18/19. Juni 1949

  1. Wir wollen als oberstes Ziel die geistige und sittliche Erneuerung des bayerischen Volkes nach den Grundsätzen der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe.
  2. Wir fordern einen selbständigen, lebensfähigen, bayerischen Staat im Rahmen einer deutschen und europäischen Staatengemeinschaft.
  3. Wir fordern die Berufung eines bayerischen Staatspräsidenten
  4. Wir bekennen uns zur Bildung der "Vereinigten Staaten von Europa" unter Achtung und Wahrung des Selbstbestimmungsrechts und der Gleichbehandlung aller europäischen Staaten und Länder.
  5. Wir bekennen uns zur christlichen Weltanschauung. Sie muß die Grundlage der Staatsführung sein.
  6. Volle Religions- und Gewissensfreiheit wird gewährleistet.
  7. Alle wichtigen Fragen zwischen Staat und den Bekenntnissen sollen vertraglich geregelt werden.
  8. Wir wollen die religiöse Erziehung der Jugend unter Gewährleistung des elterlichen Erziehungsrechts.
  9. Wir wollen den Aufbau des Staates von UNTEN NACH OBEN durch einen starken Aufbau des Selbstbestimmungsrechts der Gemeinden, Kreise und Bezirke.
  10. Wir fordern die Schaffung eines bayerischen Staatsangehörigkeitsgesetzes.
  11. Wir fordern die klare Trennung von Politik und Rechtsprechung und damit eine Erneuerung der richterlichen Unabhängigkeit.
  12. Wir fordern eine würdige, demokratische Volksvertretung unter Erhöhung der persönlichen Verantwortung des Gewählten gegenüber dem Wähler. Zu diesem Zwecks soll ein modernes Wahlsystem geschaffen werden
  13. Wir wollen die Zusammenfassung aller Berufsstände in Standesvertretungen und die Schaffung einer dem Landtag gleichberechtigten Ständekammer zum Aufbau und zur Sicherung einer gesunden Volkswirtschaft.
  14. Wir fordern die Lösung der "Sozialen Frage" nach dem Grundsatz "Leben und leben lassen" unter der praktischen Auswertung der Erkenntnisse der christlichen Soziallehre.
  15. Wir bekennen uns grundsätzlich zum Schutz des Privateigentums und zum Prinzip der privaten Initiative im Wirtschaftsleben.
  16. Wir fordern die Reform der Steuergesetzgebung nach gerechten sozialen Grundsätzen.
  17. Wir wollen die Erhaltung und Förderung eines gesunden, bayerischen Bauern- und Handwerkerstandes, sowie des bayerischen Gewerbes und die soziale Hebung und Gleichstellung des Arbeiterstandes und wollen, daß der bayerische Beamtenstand sich durch Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Volke wieder die alte Achtung erwirbt.
  18. Wir fordern die Freiheit der Jugend bis zum 18. Lebensjahr von parteipolitischen Bindungen.
  19. Wir fordern die Rückführung aller Evakuierten in ihre Heimat und erstreben die Lösung des Ausländerproblems, um dadurch den Ausgewiesenen helfen zu können.
  20. Wir fordern die Pflege echten bayerischen Volkstums und einer im bayerischen Volk wurzelnden Kunst.