Die Geschichte der Bayernpartei

2010: Epochen der Bayernpartei

Gründung und Aufstieg
1946 – 1949
Bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 bekam die BP 20,9 % der Stimmen

Nach der Gründung der Bayernpartei am 28. Oktober 1946 in München durch Ludwig Max Lallinger und Jakob Fischbacher errang sie bei den ersten Kommunalwahlen nach dem zweiten Weltkrieg am 25. April 1948, obwohl sie nur in einem Drittel der Wahlkreise zugelassen war. 8,3 % der abgegebenen Stimmen und bei der ersten deutschen Bundestagswahl am 14. August 1949 insgesamt 20,9 %.

Von 1949 bis 1953 gehörte die Bayernpartei mit 17 Abgeordneten dem Bundestag an. Fraktionsvorsitzender war Gebhard Seelos, der die Fraktion bis zum Jahre 1951 führte, als sie mit der Zentrumsfraktion zur Fraktion der Föderalistischen Union fusionierte, um nach Erhöhung der Mindestanzahl an Abgeordneten für eine Fraktionsbildung (von 10 auf 15) den Fraktionsstatus erhalten zu können.

1950 saßen 39 Abgeordnete der Bayernpartei im Bayerischen Landtag. Sie stellte von 1954 bis 1957 mit Josef Baumgartner den stellvertretenden Ministerpräsidenten des Bundeslandes Bayern und wurde das letzte Mal 1962 in den bayrischen Landtag gewählt.

Drittstärkste politische Kraft in Bayern
1950 – 1958
Von 1950 bis 1958 war die BP nach der CSU und SPD die drittstärkste Partei in Bayern. 1950 zog sie mit 39 Abgeordneten in den Bayerischen Landtag ein. Von 1954 – 1957 war sie an der Bayerischen Staatsregierung mit zwei Ministern und zwei Staatssekretären beteiligt. Der BP-Landesvorsitzende Dr. Joseph Baumgartner war stellvertretender bayerischer Ministerpräsident.
Intrigen – Krisen – Spaltungen
1959 – 1978

Nach der sog. Spielbankenaffäre konnte die Bayernpartei 1962 zwar noch einmal in den Bayerischen Landtag einziehen, 1966 gelang ihr das allerdings nicht mehr. 1967 spaltete sich die Bayerische Staatspartei (BSP) und 1976 die Christlich-bayerische Volkspartei (CBV) unter Ludwig Volkholz von der Bayernpartei ab, woraufhin ihr Stimmanteil bei den Landtagswahlen 1978 auf nur noch 0,4 % fiel.

Innerhalb der Bayernpartei gab es von Beginn an eine Auseinandersetzung um den Kurs gegenüber der CSU. Eine prinzipiell CSU-gegnerische Gruppierung (u.a. Josef Baumgartner, Ludwig Max Lallinger, Jakob Fischbacher, Ludwig Volkholz, Ernst Falkner) stand im Konflikt mit einer eher versöhnungsbereiten Gruppe (u.a. Anton Besold, Anton Freiherr von Aretin, Wilhelm Schmidhuber). Die Protagonisten der Versöhnung mit der CSU wechselten über die Zeit überwiegend zu den Christ-Sozialen, als sich deren Dominanz in Bayern allmählich abzeichnete.

Konsolidierung
1979 – 2003

Ab 1979 konnte sich die BP wieder konsolidieren und verzeichnete bis 1994 bei allen Wahlen leichte aber stets anhaltende Stimmengewinne. Nach der Auflösung der BSP und CBV trat Ludwig Volkholz 1987 wieder der Bayernpartei bei.

Bei der Europawahl 1994 erreichte die Bayernpartei 1,6 % der Stimmen.

2004

Die Bayernpartei hatte 2004 etwa 3.500 Mitglieder. Sie tritt regelmäßig zu bayerischen Landtags- und Bundestagswahlen sowie zu den Europawahlen an.

Auf kommunaler Ebene in Bayern ist die Bayernpartei derzeit (seit der Kommunalwahl 2002) mit 15 Mandaten in sieben Stadt- und Landkreisen vertreten, am erfolgreichsten ist sie dabei mit vier Sitzen im Landkreis Freyung-Grafenau. Außerdem verfügt sie über einige Mandate in kreisangehörigen Gemeinden.

Die BP heute

Heute hat die Bayernpartei mehr als 5.000 Mitglieder. Mit einem Ergebnis von 1,1 % bei der Landtagwahl 2008 gelang die Rückkehr in die Parteienfinanzierung.

Die Zahl kommunaler Mandate konnte auf ca. 50 ausgebaut werden. Bemerkenswert waren dabei der Wiedereinzug in den Münchner Stadtrat und in den oberbayerischen Bezirkstag – in beiden Fällen war die BP die erste Partei, der dies gelungen ist.